Florian entdeckt einen kleinen Drachen im Weltraum und hilft ihm, den Weg nach Hause zu finden. Dabei lernen beide, dass Freundschaft bedeutet, einander zuzuhören und gemeinsam Lösungen zu finden.
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In einer klaren Nacht lag Florian am Fenster und betrachtete den Himmel. Die Sterne funkelten wie winzige Laternen. Plötzlich zog ein grüner Lichtstreifen vorbei. Er wurde größer, langsamer und landete schließlich auf dem Rasen vor dem Haus.
Florian schlüpfte in seine Hausschuhe und trat hinaus. Im Gras saß ein kleiner Drache. Er war kaum größer als ein Rucksack. Seine Schuppen schimmerten blaugrün, und aus seinen Nüstern stiegen kleine silberne Wölkchen.
„Hallo“, sagte Florian vorsichtig. „Hast du dich verirrt?“
Der Drache nickte. „Ich heiße Taro. Mein Sternenschiff hat sich gedreht, und nun finde ich den Weg zum Mondhafen nicht mehr.“
Neben Taro stand eine runde, glänzende Kapsel. Sie sah aus wie eine Nussschale aus Metall. Auf ihrer Seite blinkten drei kleine Lichter.
Florian setzte sich ins Gras. „Dann suchen wir gemeinsam.“
Taro lächelte. „Gemeinsam ist gut. Allein habe ich schon zweimal den gleichen Stern angeflogen.“
Florian kletterte in die Kapsel. Innen gab es einen Sitz, viele Knöpfe und ein Fenster, durch das die Erde immer kleiner wurde. Taro drückte auf einen blauen Knopf. Sanft hob das Schiff ab.
Bald schwebten sie zwischen den Sternen. Florian staunte. Die Erde sah aus wie eine leuchtende Murmel. Vor ihnen glitzerte ein breiter Sternenfluss.
„Der Mondhafen liegt hinter dem Sternenfluss“, erklärte Taro. „Aber ich weiß nicht, welche Richtung stimmt.“
Florian schaute auf die drei Lichter. Ein rotes blinkte schnell, ein gelbes langsam, und ein grünes blieb beinahe dunkel.
„Vielleicht sollten wir nicht raten“, sagte Florian. „Was hast du vor dem Start gelernt?“
Taro dachte nach. „Mein Großvater sagte: Wenn die Anzeigen verwirrend sind, soll man erst anhalten und genau zuhören.“
Taro schaltete das Schiff langsam. Nun war nur noch ein leises Summen zu hören. Florian lauschte. Unter dem Summen klang ein feines Klingeln.
„Das kommt von dort“, sagte er und zeigte auf eine Gruppe heller Sterne.
Sie flogen vorsichtig in diese Richtung. Doch ein Wirbel aus glitzerndem Staub schob sich vor die Kapsel. Taro wurde nervös.
„Wir schaffen das nicht“, flüsterte er.
„Doch“, sagte Florian. „Aber nicht, wenn nur einer entscheidet. Du kennst das Schiff. Ich kann die Sterne beobachten.“
Taro nickte. Gemeinsam warteten sie auf einen ruhigen Moment. Florian zeigte den Weg, und Taro lenkte. Schritt für Schritt glitten sie durch den Staubwirbel.
Hinter dem Wirbel erschien ein kleiner Mond mit einer leuchtenden Kuppel. Darüber schwebte ein Schild: Mondhafen.
Taro jubelte. Das Schiff landete weich. Aus der Kuppel kamen mehrere kleine Drachen und winkten. Taro umarmte Florian ganz vorsichtig mit seinen Flügeln.
„Du hast mich nach Hause gebracht“, sagte er.
„Wir haben uns nach Hause gebracht“, antwortete Florian. „Du hattest den Mut, loszufliegen. Ich hatte die Idee, zuzuhören. Zusammen waren wir stärker.“
Zum Abschied schenkte Taro Florian eine winzige Sternenkarte. Sie leuchtete warm in seiner Hand. Dann flog Florian in der Kapsel zurück zur Erde.
Als er wieder in seinem Bett lag, funkelte die Karte auf dem Fensterbrett. Florian dachte an Taro und an ihre gemeinsame Reise. Freundschaft, wusste er nun, begann oft mit einem einfachen Hallo und wuchs, wenn man einander vertraute.
Draußen glitzerten die Sterne. Florian schloss die Augen und schlief ruhig ein.